Warum empfiehlt ChatGPT manche Unternehmen – und andere nicht?

 In Künstliche Intelligenz (KI)

Stellen Sie sich vor, Sie suchen einen Caterer für eine größere Feier. Statt bei Google mehrere Websites zu vergleichen, fragen Sie ChatGPT:

„Ich suche einen guten Catering-Service für eine Hochzeit in meiner Region. Welche Anbieter kannst du mir empfehlen?“

ChatGPT nennt einige Unternehmen – Ihres ist nicht dabei.

Oder Sie betreiben eine Zahnarztpraxis, ein Sanitätshaus oder eine Agentur und stellen bei einem Test fest: Fragt man ChatGPT direkt nach Ihrem Unternehmensnamen, kennt das System Ihr Unternehmen durchaus. Bei einer offenen Frage nach einem passenden Anbieter werden jedoch Wettbewerber genannt.

Warum?

Die naheliegende Vermutung wäre: Die anderen Unternehmen sind bekannter oder einfach besser. Doch so einfach ist es nicht.

Entscheidend ist vielmehr, welches digitale Gesamtbild ein KI-System von einem Unternehmen gewinnen kann und wie relevant dieses Unternehmen für die konkrete Frage erscheint.

Bekannt sein reicht nicht

Bei CentraWeb unterscheiden wir bei der Analyse der KI-Sichtbarkeit deshalb drei Stufen:

KENNT → VERSTEHT → EMPFIEHLT

KENNT: Kann ein KI-System das Unternehmen eindeutig identifizieren?

VERSTEHT: Erkennt es, welche Leistungen das Unternehmen anbietet, für welche Kunden es arbeitet und wofür es steht?

EMPFIEHLT: Wird das Unternehmen auch dann genannt, wenn ein Nutzer nicht nach dem Firmennamen fragt, sondern offen nach einem geeigneten Anbieter sucht?

Gerade zwischen VERSTEHT und EMPFIEHLT kann eine erhebliche Lücke liegen.

Ein KI-System kann beispielsweise wissen, dass eine bestimmte Agentur seit vielen Jahren Websites erstellt und Suchmaschinenoptimierung anbietet. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass dieselbe Agentur bei der Frage nach einem Spezialisten für digitale Sichtbarkeit bei Google und in KI-Systemen vorgeschlagen wird.

Die eigentliche Herausforderung lautet deshalb nicht nur: „Kennt ChatGPT mein Unternehmen?“ Sondern: „Versteht ChatGPT mein Unternehmen im richtigen Zusammenhang – und erscheint es für die konkrete Frage eines potenziellen Kunden relevant?“

„KI-Sichtbarkeit messen: Kennt, versteht und empfiehlt KI Ihr Unternehmen?“

Welche Signale können für die Sichtbarkeit in KI-Systemen eine Rolle spielen?

Eine einfache Liste mit zehn geheimen „ChatGPT-Rankingfaktoren“ gibt es nicht.

Zudem können sich Antworten von KI-Systemen verändern. Sie hängen unter anderem von der konkreten Fragestellung, dem verwendeten System, dem verfügbaren Informationsstand und weiteren Kontextfaktoren ab.

Trotzdem lässt sich untersuchen, welches digitale Bild eines Unternehmens öffentlich erkennbar ist.

Klare Positionierung

Ist eindeutig erkennbar, wofür das Unternehmen steht? Ein Unternehmen, das zwanzig unterschiedliche Leistungen nennt, aber seine besondere Kompetenz nicht klar beschreibt, kann digital schwerer einzuordnen sein als ein Wettbewerber mit einer deutlich erkennbaren Positionierung.

Website und Inhalte

Beantwortet die Website nur die Frage „Was bieten wir an?“ oder auch die tatsächlichen Fragen potenzieller Kunden? Kosten, Ablauf, Unterschiede zwischen Angeboten, Erfahrungen, typische Probleme oder Entscheidungskriterien können beispielsweise wichtige Themen sein. Gerade ausführliche und verständliche Antworten auf konkrete Kundenfragen können dazu beitragen, ein Unternehmen thematisch besser einzuordnen.

Digitale Identität

Unternehmensname, Leistungen, Standort, Ansprechpartner und andere zentrale Informationen sollten im Netz ein möglichst klares Bild ergeben. Dabei geht es nicht darum, jedes Wort auf jeder Plattform identisch zu formulieren. Entscheidend ist vielmehr, dass keine widersprüchlichen oder missverständlichen Unternehmensidentitäten entstehen.

Externe Quellen und Reputation

Was sagt nicht nur das Unternehmen über sich selbst – sondern was sagen andere? Bewertungen, Branchenportale, Fachverzeichnisse, Presseberichte, Erwähnungen auf anderen Websites, Referenzen oder andere vertrauenswürdige Quellen können das digitale Gesamtbild ergänzen.

Thematische Autorität

Ein einzelner Artikel über ein Thema macht ein Unternehmen noch nicht automatisch zu einer relevanten Quelle. Wenn eine Website dagegen über längere Zeit nachvollziehbar Kompetenz in einem bestimmten Themenfeld zeigt, konkrete Fragen beantwortet und passende Informationen miteinander verbindet, entsteht ein wesentlich klareres thematisches Profil.

Entscheidend ist also nicht ein einzelnes Signal. Es geht um das Zusammenspiel.

Warum werden Wettbewerber möglicherweise eher genannt?

Diese Frage ist für Unternehmen besonders interessant.

Statt lediglich zu fragen: „Warum werde ich nicht empfohlen?“ lohnt sich eine andere Perspektive:

Warum erscheint dieser Wettbewerber für genau diese Kundenfrage digital relevanter?

Nehmen wir zwei fiktive Agenturen.

Agentur A bietet seit Jahren SEO, Webdesign und Online-Marketing an. Seit einiger Zeit beschäftigt sie sich zusätzlich mit KI und erwähnt das auch auf ihrer Website.

Agentur B positioniert sich dagegen eindeutig zum Thema Sichtbarkeit in Suchmaschinen und KI-Systemen. Sie besitzt eine entsprechende Leistungsseite, beantwortet typische Kundenfragen, veröffentlicht Fachartikel, erklärt ihre Vorgehensweise und wird auch außerhalb der eigenen Website mit diesem Thema in Verbindung gebracht.

Bei einer offenen Frage nach einer Agentur für Google- und KI-Sichtbarkeit könnte Agentur B dadurch ein klareres digitales Profil für genau diese Fragestellung besitzen.

Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass Agentur B fachlich besser ist.

Es kann schlicht bedeuten: Ihre Kompetenz ist für diese konkrete Fragestellung digital eindeutiger erkennbar.

Genau deshalb reicht es nicht, ausschließlich die eigene Website anzuschauen. Eine sinnvolle Analyse muss auch untersuchen, warum andere Unternehmen oder Quellen bei bestimmten Fragen häufiger sichtbar werden.

Google und KI dürfen nicht getrennt betrachtet werden

In der Diskussion um KI-Sichtbarkeit tauchen inzwischen zahlreiche neue Begriffe auf: GEO, LLMO, AEO oder AI Search Optimization.

Dadurch kann schnell der Eindruck entstehen, klassische Suchmaschinenoptimierung sei Vergangenheit und Unternehmen müssten jetzt etwas völlig Neues machen.

Das halten wir für die falsche Schlussfolgerung.

Google bleibt für die digitale Sichtbarkeit von Unternehmen enorm wichtig. Gleichzeitig entstehen mit ChatGPT, Copilot, Claude, Perplexity und KI-generierten Antworten in Suchmaschinen neue Wege, über die Menschen Informationen suchen und Anbieter entdecken.

Website-Struktur, verständliche Inhalte, technische Zugänglichkeit, digitale Reputation und thematische Autorität verlieren dadurch nicht automatisch an Bedeutung. Vielmehr erweitert sich die Aufgabe.

Die Zukunft heißt deshalb nicht SEO oder KI. Sie heißt Google und KI.

„Sichtbarkeit im KI-Zeitalter: Warum Google allein nicht mehr reicht“

Kann man eine Empfehlung durch ChatGPT garantieren?

Nein. Und Unternehmen sollten skeptisch werden, wenn ihnen jemand genau das verspricht.

Niemand kann seriös garantieren, dass ChatGPT, Copilot, Claude oder Perplexity ein bestimmtes Unternehmen bei einer offenen Anfrage dauerhaft empfehlen.

KI-Antworten können sich verändern. Unterschiedliche Formulierungen einer Frage können unterschiedliche Ergebnisse liefern. Auch die Systeme selbst entwickeln sich ständig weiter.

Was Unternehmen jedoch beeinflussen können, ist die Qualität ihres digitalen Profils.

  • eine klare Positionierung
  • verständliche Leistungsinformationen
  • Inhalte zu relevanten Kundenfragen
  • eine eindeutige digitale Identität
  • nachvollziehbare Kompetenz
  • vertrauenswürdige externe Signale
  • eine technisch gut zugängliche Website

Das Ziel kann deshalb nicht lauten: „Wir bringen ChatGPT dazu, uns zu empfehlen.“

Die seriösere Frage lautet: „Wie schaffen wir die bestmöglichen Voraussetzungen dafür, dass Suchmaschinen und KI-Systeme unser Unternehmen richtig verstehen und bei relevanten Anfragen berücksichtigen können?“

Wie findet ein Unternehmen heraus, wo es steht?

Ein einzelner Test bei ChatGPT reicht dafür nicht. Ebenso wenig genügt ein klassischer SEO-Check.

Eine aussagekräftige Untersuchung sollte verschiedene Perspektiven zusammenführen.

Bei der Centraweb-Methode betrachten wir deshalb unter anderem unterschiedliche KI-Systeme, professionelle Such- und Sichtbarkeitsdaten, Website und Inhalte, die digitale Identität des Unternehmens, das Google-Unternehmensprofil sowie relevante Wettbewerber und Quellen.

Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, möglichst viele Fehler zu finden. Denn eine Analyse mit 47 Beanstandungen hilft einem mittelständischen Unternehmen wenig, wenn 40 davon für die tatsächliche Sichtbarkeit kaum relevant sind.

Deshalb folgt die Centraweb-Methode einem zweiten Grundprinzip:

DATEN → BEWERTUNG → RELEVANZ → MASSNAHME

Zuerst sammeln wir belastbare Informationen. Dann bewerten wir sie. Anschließend stellen wir die entscheidende Frage: Ist dieser Unterschied für die Sichtbarkeit des Unternehmens tatsächlich relevant? Erst danach wird eine Maßnahme empfohlen.

Das kann bedeuten, eine wichtige Leistungsseite zu verbessern. Es kann bedeuten, vorhandene Inhalte besser miteinander zu verbinden. Es kann um Bewertungen, Unternehmensinformationen oder externe Quellen gehen.

Und manchmal lautet die richtige Empfehlung auch: Hier müssen wir gar nichts ändern.

Mehr Content ist nicht automatisch die Lösung

Gerade beim Thema KI-Sichtbarkeit entsteht schnell die Vorstellung, ein Unternehmen müsse jetzt möglichst viele neue Artikel über KI, GEO oder verwandte Themen veröffentlichen.

Auch das greift zu kurz.

Ein Unternehmen kann bereits viele gute Inhalte besitzen und trotzdem bei bestimmten Fragen weniger sichtbar sein als Wettbewerber.

Dann sollte die erste Maßnahme nicht automatisch lauten: „Wir brauchen noch mehr Content.“

Viel sinnvoller ist die Frage: Sind die vorhandenen Informationen so strukturiert und miteinander verbunden, dass für Menschen, Suchmaschinen und KI-Systeme ein klares thematisches Gesamtbild entsteht?

Manchmal ist deshalb nicht mehr Inhalt, sondern besser gebündelter und eindeutigerer Inhalt die sinnvollere Maßnahme. Auch das lässt sich erst durch eine Analyse des konkreten Unternehmens beurteilen.

Kennt die KI Ihr Unternehmen nur – oder empfiehlt sie es auch?

Digitale Sichtbarkeit verändert sich.

Unternehmen müssen deshalb nicht jedem neuen KI-Trend hinterherlaufen. Sie sollten aber wissen, welches Bild Suchmaschinen und KI-Systeme von ihnen erhalten.

Kennt ChatGPT Ihr Unternehmen? Versteht die KI, wofür Sie stehen? Und was passiert, wenn ein potenzieller Kunde nicht nach Ihrem Firmennamen fragt, sondern nach einem passenden Anbieter?

Genau hier setzt der KI-Sichtbarkeitscheck nach der Centraweb-Methode an.

Wir untersuchen nicht nur, ob ein Unternehmen sichtbar ist. Wir wollen verstehen, warum Wettbewerber bei bestimmten Anfragen möglicherweise häufiger erscheinen – und welche Veränderungen tatsächlich sinnvoll sind.

KENNT → VERSTEHT → EMPFIEHLT

DATEN → BEWERTUNG → RELEVANZ → MASSNAHME

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