Sichtbarkeit im KI-Zeitalter: Warum Google allein nicht mehr reicht

 In Künstliche Intelligenz (KI)

Wer im Internet neue Kunden gewinnen möchte, beschäftigt sich seit Jahren mit einer zentralen Frage: Wie werde ich bei Google gefunden?

Diese Frage bleibt wichtig. Aber inzwischen kommt eine zweite hinzu: Was passiert, wenn potenzielle Kunden nicht mehr nur googeln, sondern ChatGPT, Microsoft Copilot, Perplexity oder andere KI-Systeme nach einem passenden Unternehmen fragen?

Die Art, wie Menschen nach Unternehmen, Dienstleistungen und Produkten suchen, verändert sich. Für Unternehmen bedeutet das: Digitale Sichtbarkeit muss heute weiter gedacht werden.

Von der Suchanfrage zur konkreten Frage

Bei Google suchen Nutzer beispielsweise nach „Caterer Hamburg“, „Zahnarzt Implantate“ oder „Anwalt Verkehrsrecht Hamburg“.

Bei KI-Systemen kann die Anfrage wesentlich konkreter formuliert werden:

„Ich suche einen Caterer südlich von Hamburg für meine Hochzeit. Wen kannst du empfehlen?“

Oder:

„Ich komme aus Deutschland und suche eine gute Zahnklinik in Polen für Zahnersatz. Welche Klinik kannst du mir empfehlen?“

Die KI liefert darauf nicht unbedingt zehn klassische Suchtreffer. Sie versucht, die Frage direkt zu beantworten, Unternehmen einzuordnen und teilweise konkrete Anbieter zu nennen.

Für Unternehmen entsteht dadurch eine neue Form der Sichtbarkeit.

Kennt die KI mein Unternehmen?

Das ist die erste Frage.

Ein Unternehmen kann bei Google gut auffindbar sein und trotzdem in den Antworten eines KI-Systems kaum vorkommen.

Deshalb reicht es künftig nicht mehr aus, ausschließlich klassische Rankings zu betrachten. Unternehmen sollten auch wissen, ob relevante KI-Systeme ihre Marke und ihr Angebot überhaupt kennen.

Doch selbst das genügt noch nicht.

Versteht die KI, wofür mein Unternehmen steht?

Eine KI kann den Namen eines Unternehmens kennen und trotzdem ein unvollständiges oder falsches Bild davon haben.

Welche Leistungen werden angeboten? Wo befindet sich das Unternehmen? Welche Region wird bedient? Was unterscheidet es von Wettbewerbern? Für welche Kunden ist das Angebot besonders interessant?

Je eindeutiger diese Informationen im Internet vorhanden sind, desto leichter können Suchmaschinen und KI-Systeme ein Unternehmen richtig einordnen.

Dabei spielt die digitale Identität eines Unternehmens eine wichtige Rolle.

Website, Google-Unternehmensprofil, Branchenverzeichnisse, Bewertungen, Erwähnungen und weitere öffentlich zugängliche Informationen sollten möglichst ein klares und konsistentes Bild ergeben.

Und dann kommt die entscheidende Frage: Empfiehlt die KI mein Unternehmen?

Hier wird KI-Sichtbarkeit besonders interessant.

Denn zwischen „Die KI kennt mein Unternehmen“ und „Die KI empfiehlt mein Unternehmen bei einer passenden Kundenanfrage“ besteht ein großer Unterschied.

Ein Unternehmen kann online gut aufgestellt sein und von einer KI trotzdem nicht genannt werden, während Wettbewerber in der Antwort auftauchen.

Genau deshalb sollte KI-Sichtbarkeit nicht nur danach beurteilt werden, ob irgendwo der Firmenname erscheint.

Entscheidend ist der Zusammenhang:

KENNT die KI das Unternehmen?
VERSTEHT sie das Unternehmen?
EMPFIEHLT sie das Unternehmen bei relevanten Anfragen?

Woher beziehen KI-Systeme ihre Informationen?

Darauf gibt es nicht die eine einfache Antwort.

KI-Systeme können Informationen aus unterschiedlichen öffentlich verfügbaren Quellen berücksichtigen. Dazu gehören beispielsweise die eigene Website, Suchmaschinenergebnisse, Unternehmensprofile, Verzeichnisse, redaktionelle Inhalte, Bewertungen und Erwähnungen auf anderen Websites.

Deshalb halten wir wenig davon, einzelne Texte lediglich mit möglichst vielen vermeintlichen „KI-Keywords“ zu versehen.

Es geht um das gesamte digitale Bild eines Unternehmens.

Sind die Unternehmensdaten eindeutig? Sind Leistungen verständlich beschrieben? Gibt es relevante Inhalte? Stimmen Informationen auf verschiedenen Plattformen überein? Wird das Unternehmen auch außerhalb der eigenen Website als relevante Quelle oder Anbieter wahrgenommen?

Klassische SEO bleibt wichtig

Die Entwicklung bedeutet ausdrücklich nicht, dass klassische Suchmaschinenoptimierung überflüssig wird.

Im Gegenteil.

Eine technisch saubere Website, gute Inhalte, klare Seitenstrukturen, relevante Suchbegriffe und eine starke Präsenz bei Google bleiben wichtige Grundlagen digitaler Sichtbarkeit.

Aber wir müssen heute eine zusätzliche Ebene betrachten:

Nicht nur: Wo steht ein Unternehmen bei Google? Sondern auch: Welches Bild entsteht von diesem Unternehmen in KI-Systemen?

Beides gehört zunehmend zusammen.

Was sollten Unternehmen jetzt tun?

Wir empfehlen Unternehmen nicht, ihre gesamte Online-Strategie aufgrund von KI über Nacht umzustellen.

Der sinnvollere erste Schritt ist eine Bestandsaufnahme.

Wie eindeutig ist die digitale Identität des Unternehmens? Wie ist das Google-Unternehmensprofil aufgestellt? Für welche relevanten Themen ist die Website sichtbar? Welche Wettbewerber sind stärker präsent? Und vor allem: Wie nehmen unterschiedliche KI-Systeme das Unternehmen heute tatsächlich wahr?

Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, lässt sich entscheiden, wo Maßnahmen wirklich sinnvoll sind.

Sichtbarkeit im KI-Zeitalter

Bei CentraWeb beschäftigen wir uns deshalb mit digitaler Sichtbarkeit inzwischen umfassender.

Wir betrachten klassische Google-Sichtbarkeit und KI-Sichtbarkeit nicht als zwei getrennte Welten. Website, Google-Unternehmensprofil, digitale Unternehmensdaten, Inhalte, externe Quellen und die Wahrnehmung durch KI-Systeme greifen ineinander.

Unser Ziel ist dabei nicht, Unternehmen für irgendeinen Algorithmus zu verbiegen.

Das Ziel ist, ein Unternehmen im Internet so eindeutig, relevant und vertrauenswürdig darzustellen, dass Menschen, Suchmaschinen und KI-Systeme verstehen, wofür es steht.

Denn genau darum wird es bei digitaler Sichtbarkeit im KI-Zeitalter zunehmend gehen.

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